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30. November 2011
Projektbericht Konvertergasnutzung bei der ArcelorMittal Bremen GmbH



Künftig soll das bei der Stahlproduktion anfallende Konvertergas nicht mehr abgefackelt, sondern in zwei Hubbalkenöfen am Warmwalzwerk und auch im nahegelegenen Kraftwerk Mittelsbüren energetisch genutzt werden. Dadurch werden der Kohlendioxid-Ausstoß des Werkes um 136 000 t, sowie der Ausstoß von Stickstoffoxiden um 380 t und von Staub um 70 t pro Jahr reduziert. Im Rahmen der Um- und Neubaumaßnahmen wurde für das neue Konvertergasnetz unter anderem ein Gasometer errichtet. Die Anlage hat ein Volumen von 90.000 m3. Der 58 m hohe Gasometer mit einem Durchmesser von rund 50 m soll der Zwischenspeicherung des im Stahlwerk unregelmäßig erzeugten Konvertergases dienen, damit die Verbraucher (Hubbalkenöfen 1 und 2 sowie das Kraftwerk Mittelsbüren) kontinuierlich versorgt werden können. Im Gespräch mit www.atlastitan.de berichtet Herr Roth von dem Projekt.

ATLAS TITAN: "An welchen Teilprojekten waren und sind Sie konkret beteiligt?"

Gunter Roth: "Zu meinen Projekten gehörten und zählen die Tragringabflachung Konverter, die Installation des Hydraulik-Stellring, die Installation des Niederdruckdampfkreislaufs, die Erneuerung des Kesselunterteils, der Umbau der Konverter-Einhausung, der Bau von drei Kondensatbecken, der Umbau des Saugzuggebläse 2, die Montage der Fackelumfahrung, der Umbau von Fackel und Waschturm 1 und 2, die Installation der Umschaltstationen 1 und 2 sowie die Inbetriebnahme des Hubbalkenofens 1 und der Umbau des Hubbalkenofens 2. Die Bauarbeiten für die Realisierung der Konvertergasnutzung fanden bei parallel laufender Produktion mit den dadurch verbundenen Gefahren statt."

ATLAS TITAN: "Was genau waren Ihre Aufgaben bei der Durchführung der Projekte?"

Gunter Roth: "In erster Linie war und bin ich als Fachbauleiter Mechanik, Stahlbau und Medien für die Baustellen- und Sicherheitskoordination verantwortlich. Zu meinen konkreten Aufgaben zählen die Koordination der Montagearbeiten bei der ArcelorMittal Bremen GmbH, die Überwachung und Qualitätssicherung von Bauleistungen in Zusammenarbeit mit den Projektleitungen, die Sicherstellung der Arbeitsschutzvorgaben, das Leiten von Baubesprechungen, die Erstellung von Abrechnungsunterlagen, die Begleitung und Dokumentation von Inbetriebnahmen und die Durchführung von Abnahmen."

ATLAS TITAN: "Was waren besondere Herausforderungen im Laufe des Projektes?"

Gunter Roth: "Die gesamten Baumaßnahmen fanden im Stahlwerk unter laufender Produktion statt.
Durch den direkt an das Baufeld  angrenzenden in Betrieb befindlichen Konverter und die dadurch sehr beengten örtlichen Gegebenheiten hatte die Sicherheit höchste Priorität.
Hier konnten wir unseren Beitrag dazu leisten, die führende Stellung in Bezug auf Arbeits- und Gesundheitsschutz der ArcelorMittal Bremen GmbH im Gesamtkonzern zu festigen."

ATLAS TITAN: "Wie ist der aktuelle Stand des Projektes?"

Gunter Roth: "Der Umbau des Hubbalkenofens 2 (HBO2) im Warmwalzwerk begann nach gründlicher Vorbereitung und Vorplanung im Juli 2011 und ist nach 15-wöchiger Umbauphase im November wieder in Betrieb genommen worden, um dann auch im Konvertergasbetrieb genutzt werden zu können. Auch bei diesem Projekt wird eine der größten Herausforderungen die weiterlaufende Produktion im Warmwalzwerk sein."

ATLAS TITAN: "Welche Folgeprojekte stehen für Sie in Zukunft an?"

Gunter Roth: "Eines der nächsten Großprojekte wird die Installation des Pfannenofens im Stahlwerk sein. Die Planungen und Vorbereitungen laufen auf vollen Touren, um zeitnah mit den Arbeiten beginnen zu können."

ATLAS TITAN: "Herr Roth, vielen Dank für dieses Gespräch"

Das Foto zeigt Herrn Gunter Roth während der Baustellenbesichtigung.
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